Ganztagsgrundschule mit Sprachheilklassen

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Ganztagsschule

 

 Hoheellernschule Leer

 

   Konzeption gem. Ziff. 2.4. i.V.m. Ziff. 8.2.
des RdErl. d. MK vom 16.03.2004

 

 

 

Konzeption des Ganztagschulbetriebes Hoheellernschule

Konzeption für eine Ganztagsschule
gem. Ziff. 2.4 i.V.m. Ziff. 8.2  des RdErl. d. MK vom 16.03.2004
(nachrangiger Antrag):

A)
Grundzüge der Konzeption:

1.
Gegenwärtige Bedingungen der Arbeit an der Hoheellernschule:

Schulorganisatorisch:
Die Hoheellernschule ist eine dreizügige Grundschule mit fünf Sprachheilklassen und insgesamt ca. 280 Schülern.
Der Einzugsbereich der Sprachheilklassen erstreckt sich im Wesentlichen auf den gesamten nördlichen Teil des Landkreises Leer und das Rheiderland.

Schülerstruktur:
Die Schüler der Hoheellernschule kommen aus ca. 15 Nationen.
Bei der Einschulungsuntersuchung des letzten Einschulungsjahrganges waren 22% der Schüler ausländischer Herkunft.
27% des letzten Einschulungsjahrganges zeigten bei der Einschulungsuntersuchung Verhaltensauffälligkeiten, und ein hoher Prozentsatz der Schüler mit einem auffälli­gen Befund in verschiedenen Bereichen befand sich nicht in Behandlung.
70 Kinder (ca. 25%) kommen aus unvollständigen Familien.

Lernvoraussetzungen:
Die Schüler unserer Schule zeigen ein breites Spektrum an Lernvoraussetzungen. Besondere Fähigkeiten von ca. 30 Schülern einerseits und ein besonderer Förder­bedarf bei 14 Schülern andererseits, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Pestalozzischule (Förderschule – Schwerpunkt Lernen) sonderpädagogische Förde­rung erhalten, sowie ein weit gefächerter Förderbedarf zahlreicher weiterer Schüler erfordern insgesamt ein sehr differenziertes Förderkonzept.

Elternschaft:
Zahlreiche Eltern setzen sich engagiert für die schulischen Belange ihrer Kinder ein. Sie kümmern sich um notwendige Materialien, sorgen dafür, dass zusätzliche schuli­sche Angebote wahrgenommen werden und kümmern sich auch um außerschulische Bildungsangebote für ihre Kinder. Sie bringen sich aktiv ins Schulleben ein, vor allem im Rahmen unseres sehr aktiven Fördervereins.
Leider gibt es an unserer Schule auch Eltern, für die Bildung keinen Wert darstellt. Sie können oder wollen sich nicht für die schulischen Belange ihrer Kinder einsetzen.
Einige Eltern bemühen sich offensichtlich um die Erziehung ihrer Kinder, sind dabei jedoch in jeder Hinsicht überfordert.


Besondere Rahmenbedingungen

Die Hoheellernschule ist in das Projekt „Soziale Stadt“ der Stadt Leer eingebunden. Eine Sozialarbeiterin ist im Rahmen der Stadtteilarbeit mit einigen Stunden an unse­rer Schule tätig. Sie verknüpft ihre Arbeit an unserer Schule mit der Arbeit des Ju­gendamtes und mit der Jugendarbeit im Stadtteil.
Die Schule befindet sich in räumlicher Nähe zu einem Jugendtreff, zur Pestalozzi­schule (Förderschule – Schwerpunkt Lernen), der Schule am Deich (Schule für …), der Greta-Schoon-Schule (Schule für …) und drei Kindertagesstätten.
Die Schulleitung steht im regelmäßigen Kontakt mit den Leitungen dieser Einrichtun­gen. Gemeinsame Projekte wurden bereits durchgeführt oder sind geplant.
Die Hoheellernschule bemüht sich auf Beschluss der Gesamtkonferenz um Zusam­men­arbeit und Kooperation mit außerschulischen Trägern, insbesondere mit Ein­richtun­gen, die Kinder fördern und Eltern bei ihren Aufgaben unterstützen.
Im vergangenen Schuljahr und in diesem Schuljahr wurden in diesem Zusammen­hang erfolgreich mehrere Projekte durchgeführt. Weitere Projekte sind in Vorberei­tung.

 

2.
Erwartungen an einen Ganztagsschulbetrieb:

a)
Die Eltern werden in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt. Diese Unterstützung wird sich auf die unterrichtliche Arbeit auswirken.

b)
Das Angebot einer warmen Mahlzeit ist für die gesundheitliche Entwicklung einiger unserer Schüler besonders wichtig. Wir haben festgestellt, dass in mehreren Familien den Kindern kein Mittagessen angeboten wird.

c)
Die Ganztagsschule bietet für alleinerziehende und berufstätige Eltern eine wertvolle Hilfe bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder und der Vereinbarung von Familie und Beruf.

 

3.
Beschreibung des Ganztagsschulbetriebes:

a)
Konzeptionell: (bei der Alternative mit Hort)

Die Ganztagsschule soll nicht als reine Verlängerung des Vormittagsunterrichts an­gesehen werden. In der Gestaltung des gesamten Tagesablaufs soll versucht wer­den, den Bedürfnissen aller Schüler gerecht zu werden.
Der Vormittag soll geprägt sein durch den Wechsel von Arbeits- und Spielphasen. Verschiedenen Zeittakten, entsprechenden Lern- und Raumangeboten.
Kinder und Lehrer sollen sich gleichermaßen in ihrer Schule wohlfühlen. Durch feste Einrichtungen bestimmter Veranstaltungen und Rituale soll das Schulleben einen eigenen Charakter bekommen:

  1. Morgenkreis
  2. Gemeinsames Frühstück im Klassenverband
  3. Arbeitsgemeinschaften im 3. und 4. Schuljahr
  4. Schülerbücherei als Hilfsmittel selbständigen Arbeitens und Angebot für

Entspannungsphasen

  1. Einbindung der Eltern
  2. Schulische Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen

Die Organisationsform „Verlässliche Grundschule“ mit pädagogischen Mitar­beitern soll beibehalten werden.

Beschreibung des Kooperationsmodells

Grundlage für das Kooperationsmodell soll die ständige Kooperation mit einer Hort­einrichtung sein. Die Hoheellernschule hat mit dieser Einrichtung, dem Paul-Ger­hardt-Haus, seinem Träger, der Christuskirchengemeinde und mit dem Schulträger Stadt Leer ein gemeinsames Konzept für die Zusammenarbeit entwickelt.

Nach diesem Konzept möchte die Hoheellernschule den Ganztagsbetrieb in Verbin­dung mit einer Horteinrichtung als Kooperationspartner durchführen.
Die Horteinrichtung bietet eine verlässliche Betreuung der im Hort angemeldeten Kinder für den Zeitraum der Ganztagsangebote und darüber hinaus während der  Öffnungszeiten des Hortes. Der Hort ist von Montag bis Freitag bis 17.00 Uhr und in den Ferien abzüglich der bekannt gegebenen Schließungszeiten geöffnet.

An fünf Tagen einer vollen Unterrichtswoche soll in der Mittagspause eine warme Mahlzeit angeboten werden. Im Übrigen soll der Ganztagsbetrieb an vier Tagen bis ca. 15.15 Uhr einer vollen Unterrichtswoche in Kooperation mit dem Hort durchge­führt werden. Die Schule bietet an diesen Tagen freiwillige Angebote an. Förderan­gebote sollen für Schüler mit besonderen Schwierigkeiten verbindlich sein. Lehr­kräfte, päd. Mitarbeiter und die Mitarbeiter des Hortes bilden ein Kollegium, das die Angebote im Rahmen einer integrierten ganzheitlichen Konzeption vorbereitet und bis ca. 15.15 Uhr anbietet.
Für die Zeitdauer dieses Ganztagsbetriebes der Schule sind täglich mindestens 7 Stunden vorgesehen. Der Umfang des Betreuungsangebotes des Hortes kann auch darüber hinausgehen. Die dann vom Hort geleisteten Angebote sind in dessen Ver­antwortung.

 

b)
Personell:

Die Elternumfrage belegt ein erhebliches Interesse an Nachmittagsangeboten und an der Möglichkeit für Schulkinder, in der Schule ein Mittagessen einzunehmen.
Mit einem (Anlage 1) Fragebogen wurden 279 Eltern unserer Schüler und 75 Eltern von Schulanfängern zum Interesse an Ganztagsangeboten befragt.
Die Eltern der Schüler im 4. Jahrgang wurden gebeten, den Fragebogen entspre­chend der gegenwärtigen Interessenlage zu beantworten, obwohl ihre Kinder in den kommenden Schuljahren die Angebote nicht mehr wahrnehmen können.
Wir haben von 354 ausgegebenen Fragebögen 254 ausgefüllt zurückerhalten.
Von den 100 fehlenden sind 53 Fragebögen von Eltern der Schulanfänger.
Die Ursache dafür kann darin liegen, dass die Rückgabe mit einem persönlichen Weg zur Schule bzw. mit einem Postweg verbunden ist.
Den 254 Fragebögen ist zu entnehmen, dass 223 Schüler an Ganztagsangeboten am Nachmittag teilnehmen möchten,171 Schüler an einem oder mehreren Tagen ein Mittagessen einnehmen möchten .
Um die Ganztagsangebote durchführen zu können, benötigt die Schule zusätzliche pädagogische  Mitarbeiter.
Zur Zeit wird von den Eltern unserer Schule ein Angebot von 24 Hortplätzen erwartet.
Das Paul-Gerhard-Haus, gegenwärtig noch ein Kindergarten, soll zunächst mit einer Hortgruppe beginnen und in den folgenden Jahren in eine Horteinrichtung mit mehre­ren Gruppen umgewandelt werden.  Für den Beginn des Projektes Kooperation Hort – Ganztagsschule stehen bis zu 20 Hortplätze und 2 Hortmitarbeiter-rinnen zur Ver­fügung.

Weiterhin werden vier bis fünf 400,00 €-Kräfte benötigt, die an 4 Tagen für jeweils drei Schulstunden ein Angebot gestalten. Als Träger ist der Familienservice des Landkreises vorgesehen; die Kosten werden vom Schulträger übernommen.

Die Lehrkräfte, die päd. Mitarbeiter und die Sozialarbeiterin der Hoheellernschule kooperieren eng mit den Mitarbeitern des Hortes.
Die schwierige soziale Situation, in der sich eine große Anzahl unserer Schüler be­findet, erfordert dringend die Ausweitung der Arbeitszeit unserer Sozialpädagogin von 10 auf mindestens 25 Wochenstunden.
Ihre Arbeitszeit ist im Halbtagsbetrieb schon nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

 

c)
Räumlich/sächlich:

Die Notwendigkeit, räumliche Voraussetzungen an der Hoheellernschule zu schaffen, ergibt sich aus der veränderten pädagogischen Arbeit an einer Ganztagsschule und den langen Aufenthaltszeiten der Schüler und dem notwendigen Angebot eines Mit­tagessens (Speisesaal).
An einer Ganztagsschule müssen Bereiche geschaffen werden, die den Schülern Rückzugsmöglichkeiten, Entspannung und Ruhe ermöglichen (Bücherei, Ruheraum), und es muss auch Bereiche geben, in denen Kinder mit einem vermehrten Bewe­gungsdrang sich austoben oder beschäftigen können (Turnhalle, Sportplatzanlage, Pausenhalle).
Die vorhandene Teilüberdachung des Pausenhofes ist zu klein und schon seit länge­rer Zeit abgängig. Da die Schüler auch bei schlechterem Wetter die Möglichkeit ha­ben sollten, sich an frischer Luft von ihrer Arbeit zu erholen, ist eine entsprechende Teilüberdachung des Pausenhofes dringend notwendig.
Eine Horteinrichtung muss gebaut werden.
(Anlage2)

Die Gremien der Stadt Leer haben der vorgelegten Konzeption zugestimmt. Diese Zustimmung schließt die Kooperation mit der ev.-luth. Christuskirchen­gemeinde bezüglich der Einrichtung eines begleitenden Hortbetriebs mit ein.

 

B)
Grundlagen der pädagogischen Arbeit an der Ganztagsschule

1.
Das Einzugsgebiet der Hoheellernschule als Rahmenbedingung für die Entwicklung der pädagogischen Arbeit.

Mit der Wahrnehmung von Ganztagsangeboten wird Schule zunehmend zu einem wichtigen Lebensraum der Kinder. Sammeln von Erfahrungen und vor allem soziales Lernen der Kinder finden dann weniger als bisher im familiären Umfeld statt.
Um den Bedürfnissen der Kinder in diesem Zusammenhang gerecht zu werden, be­darf es einer eingehenden Analyse des familiären Lebensraums unserer Schüler. Die Erkenntnisse daraus sollen mit Grundlage für die Entwicklung der schulischen Ange­bote und der pädagogischen Zielsetzungen sein.

Die Hoheellernschule liegt in der Oststadt von Leer. Ihr Einzugsgebiet wurde jüngst als Entwicklungsprojekt „Soziale Stadt“ ausgewiesen. In den Wohnquartieren der Oststadt findet sich eine vielschichtige Sozialstruktur. Die unterschiedlichen Milieus lassen sich teilweise bereits an den verschiedenen Wohnformen identifizieren.
Ein Gang durch das Viertel zeigt dem Besucher sowohl Straßen mit Einfamilien­häu­sern gehobener Kategorie als auch Straßen mit Wohnblocks, die als Schlicht – oder Sozialwohnungen anzusehen sind. Entsprechend unterschiedlich sind die Lebens­bedingungen, aus denen die Schülerinnen und Schüler der Hoheellernschule stam­men.
Während einerseits ein Ausländeranteil von ca. 25 % der Wohnbevölkerung aus etwa 15 verschiedenen Nationen oder auch der hohe Anteil von Beziehern sozialen Leis­tungen suggerieren, dass es sich bei der Oststadt um einen sozialen Brennpunkt handelt, entstammen doch auch relativ viele Schüler eher bürgerlichen Lebensver­hältnissen.
Während also die einen Kinder in ihrem Elternhaus jede nur erdenkliche Unterstüt­zung erhalten, wachsen andere unter Bedingungen auf, die eine besondere Förde­rung und Begleitung durch soziale Einrichtungen und schulische Angebote notwen­dig machen.

Auch wenn es sich bei den Schülern der Hoheellernschule nicht ausschließlich um Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen handelt, bedürfen letztere wegen der erhöhten pädagogischen Herausforderungen doch einer differenzierenden Betrach­tung.

Als Risikogruppen in Bezug auf den schulischen Bildungserfolg sollen hier besonders erwähnt werden: sog. bildungsferne Schichten, Familien mit Migrationshintergrund und Eineltern- und „Patchworkfamilien“.

Die Zugehörigkeit zu einer dieser Risikogruppen bedeutet nicht zwangsläufig, dass jedes Kind aus diesen Lebensverhältnissen verminderte Bildungschancen hat. Auch in diesen Familien sind viele Eltern sehr an der schulischen Laufbahn ihrer Kinder interessiert, erscheinen zu Elternabenden und Sprechtagen, nehmen Hilfsangebote an und tragen Sorge dafür, dass ihre Kinder im Schulalltag zurechtkommen.
Gleichwohl wachsen eben auch viele Kinder unter Bedingungen auf, die eine beson­dere Betreuung und intensive Förderung erforderlich machen:


In bildungsfernen Elternhäusern ist aus den verschiedensten Gründen das Interesse für die schulischen Belange der Kinder nicht oder kaum vorhanden.
Solche Gründe können beispielsweise sein: niedriger Bildungsstand der Eltern, psy­chische Erkrankungen, Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Kriminalität.
Das Leben in diesen Familien ist gekennzeichnet durch fehlende Erziehungskon­zepte, einen extrem hohen Medienkonsum, wenige bis gar keine gemeinsamen Akti­vitäten der Familienmitglieder und fehlende gemeinsame Mahlzeiten. Die Kinder sind teilweise sich selbst überlassen, ihre sprachliche und intellektuelle Entwicklung ist entsprechend defizitär. Sie erlernen ihre Muttersprache nur unzureichend und verfü­gen über einen extrem geringen Wortschatz, wenig Allgemeinwissen und man­gelnde soziale Kompetenz.
Kinder aus unvollständigen und /oder zerrütteten Familien pendeln oft zwischen den leiblichen Eltern, die zum Teil in häufig wechselnden Partnerschaften leben, hin- und her und haben es so mit einer unübersichtlichen und wenig Halt gebenden Gruppe von Bezugspersonen zu tun. Nicht selten werden heftige Konflikte in Gegenwart der Kinder ausgetragen, die ihrerseits mit Verhaltensauffälligkeiten verschiedenster Art und Lernstörungen reagieren.
Viele Migrantenfamilien leben schon seit vielen Jahren in Deutschland, und ihre Kin­der sind hier geboren und in den Kindergarten gegangen. Dennoch verfügen viele dieser Kinder nur über sehr geringe Deutschkenntnisse, weil in der Familie aus­schließlich  die Heimatsprache der Eltern gesprochen wird. Auch der oftmals nicht geringe Medienkonsum erfolgt via Satellitenfernsehen über ausländische Sender. Die sozialen Kontakte beschränken sich vielfach auf die Mitglieder der Familie und auf Landsleute. Der Anteil der erwachsenen Analphabeten in dieser Bevölkerungs­gruppe kann nur geschätzt werden, ist aber vermutlich recht hoch.

Kinder, die in den oben umrissenen Verhältnissen aufwachsen, benötigen mehr als andere einen strukturbildenden klar geregelten Tagesablauf, feste Bezugspersonen, vielfältige Fördermaßnahmen und außerschulische Bildungsangebote.

Das Kollegium versucht auch als Verlässliche Grundschule diesen Erfordernissen gerecht zu werden. Neben den fachlichen Lernzielen sind Angebote, die den Erfor­dernissen der Rahmenbedingungen entsprechen, wesentlicher Bestandteil der schu­lischen Arbeit.
Diese Angebote können in der Organisationsform einer Ganztagsschule in einem zeitlich und organisatorisch sinnvolleren Rahmen angeboten werden.
Auch die vor allem im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ schon angebahnten Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen können besser umgesetzt wer­den.
Die Umwandlung der Hoheellernschule in eine Ganztagsschule ist eine konsequente Weiterentwicklung in diesem Sinn und kann sicherlich mehr als bisher dazu beitragen die Bildungsqualität für Kinder aus diesen Risikogruppen zu erhöhen.

 

Die Hoheellernschule hat durch die bisherige Gestaltung ihres Unterrichts, die eingerichtete und angebahnte Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern und die gute Zusammenarbeit mit Elternschaft und Förderverein im vergange­nen Schuljahr eine gute Grundlage für eine Weiterentwicklung zur Ganztags­schule geschaffen.


2.
Relevanz der Ganztagsangebote

Die besonderen Angebote der Ganztagsschule können für verschiedene Gruppen von Kindern bedeutsam sein:

  1. für Kinder, die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten oder auch mangelnden  Fähigkeiten besondere zusätzliche Angebote für eine ausreichende Förderung benötigen
  2. für Kinder, die im familiären Umfeld wenig Anreize oder Möglichkeiten für die Entfaltung ihrer Fähigkeiten erhalten (Chancengleichheit)
  3. für Kinder mit emotionalen Störungen, für die ein Lernfeld zum Erwerb sozialer Kompetenzen geschaffen wird
  4. für Kinder mit Sprachauffälligkeiten im Rahmen eines normgerechten sprach­li­chen Umfelds
  5. für Kinder ausländischer Herkunft in zweierlei Richtungen:
    Sie erhalten einen besseren Zugang zu in unserem Land gesellschaftlich rele­vanten Fähigkeiten und Fertigkeiten einerseits, können aber auch andererseits besondere, für ihre eigenen Kultur spezifische Fähigkeiten einbringen, von denen alle profitieren können.

 

3.
Beschreibung der übergeordneten Erziehungs- und Bildungsziele

Alle Angebote enthalten übergeordnete Zielsetzungen, die einer möglichst optimalen Förderung und Unterstützung der Entfaltung und Entwicklung der individuellen Fä­higkeiten jedes einzelnen Schülers dienen sollen.
Vor allem die Beschäftigung mit kreativen Angeboten bietet vielen Schülern beson­dere Entwicklungschancen. Die Schüler erhalten zusätzliche Möglichkeiten, über Er­folge Selbstwertgefühl zu entwickeln, was sich auch auf die Wertschätzung der Mit­menschen positiv auswirkt.
Die Ganztagsschule ermöglicht in besonderer Weise Angebote, die der Entwicklung eines selbstbewussten und verantwortungsvollen Umgangs mit Mitmenschen und der eigenen Lebensplanung dienen.

 

4.
Beschreibung der geplanten Angebote

a)
Fördermaßnahmen
Fördermaßnahmen und Hausaufgabenbetreuung sind tägliche Bestandteile des Ganztagsangebotes.
Fördermaßnahmen für schwächere Schüler und Angebote mit erhöhten Anforderun­gen in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Sachunterricht für besonders be­gabte Kinder können im Vormittagsbetrieb überwiegend nur parallel zum Fachunter­richt angeboten werden. Gerade schwächere Schüler versäumen so häufig Kunst­unterricht oder oftmals auch den praktisch orientierten Sachunterricht aufgrund von Fördermaßnahmen. Diese Bereiche sind jedoch häufig die einzigen, in denen sie Erfolgserlebnisse erzielen, die sie auch dringend brauchen. Aus diesem Grund sind für schwache Schüler verpflichtende Fördermaßnahmen am Nachmittag vorgesehen.

b)
Gesundheitserziehung
Die Gesundheitserziehung soll auf verschiedenen Ebenen stattfinden.
Der Speiseplan für das gemeinsame Mittagessen soll in den Sachunterricht einbezo­gen werden. Er soll unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten betrachtet, gemeinsam mit den Kindern besprochen oder sogar auch zusammengestellt werden. Es ist eine AG Kochen vorgesehen, in der die Herstellung ausgewogener Gerichte im Mittelpunkt stehen soll. Die Kinder erhalten hier die Möglichkeit, theoretisches Wis­sen praktisch anzuwenden.
Die Eltern des Fördervereins der Hoheellernschule möchten unseren Schülern ein gesundes Frühstück anbieten. Ein ausführliches Konzept dafür liegt vor.

c)
Soziales Lernen
Alle schulischen Angebote berücksichtigen, dass auch soziales Lernen stattfindet. Die Entwicklung von Absprachen und Regeln und das Achten auf gute Umgangs-formen sind deren wichtige Bestandteile. Es sollen aber auch ausdrücklich auf das soziale Lernen ausgerichtete Projekte durchgeführt werden.

Projekt Schülerkonfliktmanagement an der VGS Hoheellern:
Ziel des Projektes ist, SchülerInnen im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft zu befähi­gen, Konfliktsituationen zu entspannen bzw. zu lösen und somit das Zusammenleben im Klassen- bzw. Schulverband friedlicher und harmonischer zu gestalten. Dieses Projekt wird durch eine Sozialarbeiterin begleitet und findet in Kooperation mit dem Leda-Treff, einer Stadtteileinrichtung, statt. Eine schulübergreifende Zusammenarbeit ist geplant.

Projekt „Spielen statt Gewalt“:
Das ist ein Theaterprojekt mit den Zielen, das Selbstbewusstsein zu stärken, friedli­che Kommunikation zu erlernen, Sinn und Unsinn von Rache und Ehre zu reflektie­ren und Verständnis für unterschiedliche Verhaltensweisen in den Kulturen
zu entwickeln. Hauptziel ist ein friedliches Miteinander in der Schule und im Stadtteil.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit des Fördervereins der Schule mit dem TAG, einem Institut für Theaterpädagogik, entwickelt.

d)
Bewegungserziehung
Zahlreiche Schüler bewegen sich in ihrer Freizeit zu wenig. Viele unserer Schüler haben Schwierigkeiten sich über Schrift und Sprache auszudrücken. Für diese Kin­der sind Sportangebote und auch unsere Tanzprojekte besonders wichtig.
Durch sie können motorische, konditionelle und koordinative Defizite abgebaut wer­den und es werden Möglichkeiten für Erfolgserlebnisse geschaffen.
Als Angebote sind Tanzen, Turnen, Judo, Fußball und andere Ballspiele vorgesehen


e)
Musisch-ästhetische Bildung
Mit den Angeboten in diesem Bereich sollen insbesondere Kreativität und Phantasie der Schüler angeregt und weiter entwickelt werden. Die Wahrnehmungsfähigkeit und das Vorstellungsvermögen der Schüler sollen gefördert und entfaltet werden. Die Fähigkeiten, sich in diesen Bereichen auszudrücken, sollen entwickelt und gefördert werden. Vor allem in diesem Bereich bietet die Vielfalt der Kulturen an unserer Schule wertvolle Chancen für das Lernen von den Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitschüler.
Dem Angebot Tanzen kommt über die Bewegungserziehung hinaus auch hier eine besondere Bedeutung zu.
Als Angebote sind vorgesehen: Schulchor, Blockflöte, Musizieren auf dem Orff-In­strumentarium und Gitarrenunterricht als Angebote der Schule, außerdem eine Musi­kalische Grundausbildung und weiterer Instrumentalunterricht nach Wunsch im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Musikschule.
Angebote in den Bereichen Basteln, Werken und Textilem Gestalten sollen entspre­chend den Wünschen der Schüler entwickelt werden. Im Bereich Textiles Gestalten gab es großes Interesse an einem Projekt „Filzen“, das in Kooperation mit dem Leda -Treff, einer Einrichtung des Stadtteils, am Nachmittag für unsere Schüler durchge­führt wird.

f)
Moderne Technologien
Neben der Vermittlung der traditionellen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen gewinnt die Vermittlung neuer Kulturtechniken immer mehr an Bedeutung. Die Fähigkeit, den Computer als Werkzeug zu nutzen, bietet den Schülern die Mög­lichkeit, neben den Übungsbereichen des Lesens, Schreibens und Rechnens auch neue Wissensgebiete zu erschließen.
Im Rahmen der AG Computer sollen die Schüler Grundfertigkeiten zur Bedienung eines PC´s üben, mit lehrwerksabhängiger und –unabhängiger Software arbeiten und die Nutzung des PC´s zur Informationsbeschaffung, Kommunikation und Publi­kation u.a. im Internet vertiefend üben.